Woche für Woche bekommen wir Angebote. Hersteller und Händler schreiben uns: Testet unsere Maschine, wir zahlen euch 10.000 Euro, ihr kriegt das Gerät, wir binden euch in unsere Kampagne ein. Es gab Angebote aller Art – ein Auto war bisher nicht dabei, aber sonst so ziemlich alles.
Unsere Antwort ist immer dieselbe: Nein.
Wir kaufen jede Maschine selbst
Das ist kein Marketing-Claim. Wir kaufen unsere Testgeräte, oft zum Vollpreis, manchmal zum B2B-Preis, wie ihn ein Händler zahlt. Aber wir bezahlen. Wir bestehen auf einer Rechnung – und manchmal müssen wir drei Mal nachfragen, bis wir sie endlich bekommen. Manche Hersteller scheinen es gut zu meinen, aber genau das wollen wir nicht.
Wer das ernsthaft in Frage stellt, ist eingeladen, eine unabhängige Treuhänderin oder einen Treuhänder zu beauftragen, der unsere Testmaschinen und die dazugehörigen Rechnungen prüft. Wir sind da komplett offen.
Warum wir direkt bei Herstellern bestellen
Früher haben wir Maschinen anonym im Handel gekauft. Dabei haben wir immer wieder Geräte mit veralteter Firmware erwischt, Restbestände, die schon länger im Lager standen. Nicht die beste Ausgangslage für einen fairen Test.
Heute bestellen wir wenn möglich direkt beim Hersteller. Das stellt sicher, dass wir das aktuelle Modell mit der neuesten Software testen. Gleichzeitig haben wir einen direkten Draht, wenn wir Fragen haben oder Auffälligkeiten feststellen.
Ob wir dann besonders gut eingestellte Geräte bekommen? Nein. Die Maschinen kommen trotzdem mit Offset. Manchmal würden wir uns sogar wünschen, dass da nochmal jemand drübergeschaut hätte.
Was passiert, wenn wir einen Fehler finden
Stellen wir bei einem Test einen Fehler fest, melden wir uns beim Hersteller. In diesen Fällen bestellen wir eine Zweitmaschine – die kaufen wir nicht, die wird uns zur Verfügung gestellt und geht danach zurück. Wir prüfen dann, ob der Fehler sich bestätigt oder ob es ein Einzelfall war.
Bei modernen Maschinen mit OTA-Updates passiert es auch, dass der Hersteller den Fehler innerhalb weniger Tage per Software-Update behebt. Das berücksichtigen wir in der Bewertung, weil es eine Qualität der Maschine zeigt. Sie kann aktualisiert werden. Eine statische Maschine kann das nicht.
Anschließend veröffentlichen wir den Test. Aber damit ist es nicht vorbei. Viele der Maschinen begegnen uns später in unseren Homebarista-Kursen wieder. So sehen wir über die Zeit, ob unsere Testergebnisse der Realität entsprechen. Wir werden auch einige Tests nochmal machen – nicht, weil die damaligen Tests schlecht waren, sondern weil unser Testprotokoll strenger geworden ist und sich manche Hersteller in der Qualitätsumsetzung verändert haben.
Wie wir uns finanzieren – ohne die Tests zu verkaufen
Unser Geschäftsmodell trennt klar zwischen dem, was wir testen, und dem, was wir verkaufen. Wir testen Espressomaschinen und Espressomühlen. Wir verkaufen Kaffee und Zubehör. Diese Trennung haben wir bewusst gezogen. Wir verkaufen keine Maschinen und Mühlen, weil wir diese testen.
Das war nicht immer so. Wir hatten in Basel ein Geschäft, in dem wir auch Maschinen verkauft haben. Wir haben die Maschinen, die wir gut getestet hatten, in den Shop aufgenommen – nicht umgekehrt. Trotzdem haben wir gemerkt, dass sich die Rolle als neutraler Schiedsrichter nicht mit dem Verkauf verträgt. Also haben wir es gelassen.
Aus dem gleichen Grund machen wir keine Beratung mehr für einzelne Maschinen. Wir können nicht einem Hersteller bei der Entwicklung helfen und dasselbe Gerät dann bewerten. Das beißt sich.
In unseren Videos gibt es keine bezahlten Kooperationen mit Kaffeeunternehmen. Kein Sponsoring-Format für Maschinenmarken. Wir haben uns das angeschaut, und es passt nicht zu dem, was wir machen wollen. Für Sponsoring außerhalb der Kaffeewelt sind wir offen – Sportbekleidung, Pflegeprodukte, der Friseur aus Basel. Aber nichts, was unsere Unabhängigkeit bei Kaffee-Equipment berührt.
Unser Testprotokoll hat eine Versionsnummer
Wir halten uns an ein dokumentiertes Testprotokoll, das wir in einem eigenen Video ausführlich erklärt haben. Seit Kurzem hat dieses Protokoll eine Versionsnummer, die in jedem Testbericht verlinkt ist. So könnt ihr nachvollziehen, nach welchem Stand eine Maschine bewertet wurde.
Trotzdem: auch wir sind geprägt durch Vorerfahrungen und Vorlieben. Wir kennen manche Hersteller seit Jahren, wir haben Werke besucht, wir haben zusammen gegessen. Das ist die Realität. Genau deshalb messen wir immer genauer und suchen nach objektivierbaren Daten. Unsere Stimme allein soll nicht reichen – die Zahlen müssen die Bewertung tragen.
Kauft nicht blind auf unsere Empfehlung
Wir liefern viel: Temperaturstabilität, Energiemessung, Lautstärke, Extraktionsdaten. Wir wollen, dass ihr mit diesen Daten in ein Fachgeschäft gehen und eine eigene Entscheidung treffen könnt. Aber macht euch selbst ein Bild. Kommt in unsere Kurse, geht auf eine Messe, probiert Maschinen beim Fachhändler aus. Sammelt eigene Erfahrung und nehmt unsere Daten als eine Grundlage von mehreren.
Und wenn ihr eine Maschine getestet haben wollt: schreibt es in die Kommentare. Je öfter wir einen Wunsch hören, desto schneller landet das Gerät in unserem Test-Kalender. Die Liste ist lang, und ein Test dauert. Aber wir hören zu.
Wenn ihr unsere Arbeit unterstützen wollt: kauft unseren Kaffee oder unser Zubehör. Das Reinigungspulver zum Beispiel. Damit finanzieren wir die Tests – und bleiben unabhängig.
















