Die Maro Model 1 ist auf den ersten und zweiten Blick eine hoch spannende und innovative Espressomaschine. Maro wird von zwei jungen Thüringern entwickelt, die ihre Wunsch-Espressomaschine auf dem Markt nicht fanden und sie deshalb selbst gebaut haben.
Und so kitschig die Geschichte klingen mag: mit Maro Model 1 haben Max Grimm und Robin Kuprat nicht irgendeine Espressomaschine vorgestellt, sondern in vielerlei Hinsicht die beste Espressomaschine, die wir derzeit auf dem Markt haben.
Die Maro nutzt moderne Sensorik, schnelle Heizelemente und smarte Algorithmen, um den perfekten Espresso zu brühen. Sie ist das Gegenteil einer traditionellen Espressomaschine mit Kessel. Genau dieses Zusammenspiel aus Hardware und Software macht sie so stark. Die Gründer denken nicht in den Altlasten der Branche.
Wir wagen die Aussage „beste Espressomaschine" nicht von ungefähr. Wir haben über 70 verschiedene Espressomaschinen-Modelle getestet und in unseren Kursen mit mehr als tausend Maschinen von Home Baristas gearbeitet. Und damit hier nicht der Eindruck entsteht, wir würden bluffen:
- Die Temperaturkonstanz liegt auf Platz 3 der bisher von uns gemessenen Maschinen. Die Konkurrenz braucht dafür mindestens 15 Minuten Aufheizzeit.
- Die Maro ist nach 4 Minuten auf dieser Temperaturkonstanz.
- Sie ist die bisher leiseste von uns gemessene Espressomaschine.
- Sie gehört zu den drei besten Maschinen in Sachen Energieeffizienz in unserem Testszenario.
- Im Espressopotential erreicht sie die volle Punktzahl, dank Fluss- und Druckprofilen. Die Maro emuliert sogar das Brühverhalten von Hebelmaschinen.
Mit dieser Kurzzusammenfassung steigen wir in den Test ein. Im Mai 2026 haben wir alles neu gerechnet, mit unserem aktualisierten Testprotokoll v2.3 und vor allem mit den vielen Software-Updates, die Maro seit der ersten Veröffentlichung des Tests aufgespielt hat.
Due to numerous inquiries, we have also produced an English version of our test video.
Maro und wir
Im Rahmen des Swiss Coffee Festivals im September 2023 haben wir die Maro Espressomaschine erstmals ausprobiert und mit den beiden Gründern Max Grimm und Robin Kuprat ein Gespräch geführt.
Im April 2024 haben wir dann unser Maro Model 1 erhalten. Wie immer und wie bei jeder Maschine haben wir die Espressomaschine selbst gekauft.(1) Wir haben sie im Crowdfunding für 3.999 Euro erstanden. Heute kostet die Maschine 4.999 Euro. Seitdem haben wir die Maro genau unter die Lupe genommen. Sie wandert bei uns zwischen Filmstudio, Kursraum und Schreibtisch hin und her.
Schon 2024 hat sich die Maro im Top-Feld der am Markt verfügbaren Espressomaschinen platziert. Wer sie damals gekauft hat, wird das bestätigen. Es gab aber auch Kinderkrankheiten. Wenige davon waren auf der Hardwareseite. Softwareseitig haben Max und Robin in den letzten Monaten geliefert.
Das geht, weil die Maschine im Netz hängt. Verbesserte Steuerungen, Änderungen an der Menüführung, optimierte Heizintervalle, neue Features wie der Bluetooth-Waagen-Support: All das wird über die Luft auf die Maros aufgespielt.
Die ersten 50 Maro-Eigentümer haben Feedback gegeben und Robin und Max haben zugehört und geliefert. Auch wir haben den beiden regelmässig Rückmeldungen gegeben und sie haben unsere Inputs in die Maschine einfliessen lassen. Genau aus diesem Grund haben wir die Maro für dieses Update noch einmal komplett neu durchgemessen.

Tests mit Zeit
Wir haben uns mit dem Test der Maro Zeit gelassen. Erstens, weil die Maschine sehr komplex ist und wir sie gesamthaft prüfen wollten. Zweitens, weil wir den beiden jungen Gründern den Raum geben wollten, ihre Maschine zur Reife zu bringen. Auch ein Test im Frühjahr 2024 hätte schon sehr gut abgeschnitten. Aber in Rücksprache mit Max und Robin haben wir die Veröffentlichung damals auf Ende 2024 gelegt. In diesem Update jetzt im Mai 2026 aktualisieren wir das ganze Bild.
Manch einer mag uns dafür kritisieren, dass wir vor diesem Test eng mit dem Hersteller im Kontakt standen. Wir wollen das einordnen, bevor wir in den Test eintauchen.
Unser Ziel mit allen Videos und Tests ist, sehr gute Espressomaschinen auf dem Markt zu finden, damit ihr guten Espresso machen könnt. Wenn ein Hersteller bereit ist zuzuhören und unsere Feedbacks zu integrieren, ist das für uns zielführend. Die meisten hören uns erst nach einem Test zu oder wollen uns nur für Marketing einspannen. Da machen wir nicht mit.
Bei komplexen Maschinen wie der Maro, der Decent, der Unica oder der Roxy ist es für uns gar nicht möglich, einen Test zu erstellen, ohne mit den Herstellern zu sprechen. Wenn das direkt mit den Entwicklern geht, machen wir das. Wenn wir am Marketing hängen bleiben wie bei manchen grösseren Unternehmen, dann winken wir ab.
Wir testen auf Basis von messbaren Erkenntnissen und Eindrücken aus unserer Erfahrung als Maschinentester. Diese teilen wir transparent. Maro hatte zu keiner Zeit Einsicht in unser Video oder diesen Testbericht. Es ist kein Geld von Maro an uns geflossen.

Wertigkeit
Maro Model 1 ist aus einem hochwertigen Materialmix gebaut. Das Gehäuse besteht aus HIMACS®, einem mineralischen Werkstoff aus Aluminiumhydroxid, Acryl und Pigmenten. Bekannt für Langlebigkeit, Hygiene und Kratzfestigkeit. Häufig im Luxus-Innenausbau verbaut, glatt, aber nicht kalt, ohne Poren, pflegeleicht. Wir kennen keine andere Espressomaschine, die auf dieses Material setzt.
- Die Tropfschale fasst 750 Milliliter und ist aus Edelstahl. Bei voller Füllmenge ist sie schon herausfordernd, zum Waschbecken zu tragen. Der Wassertank ist ebenfalls Edelstahl, fasst 1,5 Liter und darf in die Spülmaschine. Er kann von vorne herausgezogen oder halb entfernt befüllt werden.
- Die Kanten der beiden Edelstahlmodule sind relativ scharf. Mit nassen Händen vorsichtig.
- Die Brühgruppe ist aus bleifreiem Messing. Die Leitfähigkeit hilft bei gleichmässiger Extraktionstemperatur und schnellen Aufheizzeiten.
- Die Tassenheizung besteht aus eloxiertem Aluminium und ist gut steuerbar.
- Die Dampflanze ist plasma-poliert und bleibt im Gebrauch kühl. Cool-Touch, sicherer und einfacher zu reinigen.
- Der 7-Zoll-Touchscreen reagiert flüssig und schnell. Im Vergleich zu anderen Espressomaschinen-Displays ein echter Pluspunkt.
- Die Maro hat einen 2300-Watt-Dickfilmheizer (FTH) der Firma Ferro. Der heizt nur die gewünschte Wassermenge auf. Das ist gut für Energieeffizienz, schnelle Aufheizzeit und flexible Temperaturverstellung.
- Die Pumpe ist eine sehr leise Rotationspumpe von Fluidotech, Modell GB072, gesteuert über Pulsweitenmodulation. Mehr dazu im Kapitel Druck- und Fließgeschwindigkeitssteuerung.
Wir messen 38,5 cm Höhe, 30 cm Breite, 33,1 cm Tiefe. Mit Siebträger 44 cm. Gewicht: 22,6 Kilogramm. Abstand zwischen Siebträgerauslauf und Tropfschalenabdeckung: 8,9 cm.
Bewertung der Wertigkeit: 9,0 / 10
Materialwahl hochwertig, Verarbeitung gut bis sehr gut. Tropfblech, Korpus, Tassenablage haptisch wertig. Spaltmasse sind hier ein Fremdwort. Abzug für die scharfen Kanten im Inneren rund um Tropfschale, Wassertank und Wassertankabdeckung.
Lautstärke der Maro: 10 / 10
Läuft die Maschine? Diese Frage stellten wir uns nicht nur bei Geräuschkulisse im Raum. Auch beim Espressobezug, wenn wir parallel ein Gespräch führen, mussten wir aktiv hinhören. Die Rotationspumpe ist extrem leise, Aufhängung und Stabilität sorgen dafür, dass die Maschine beim Brühen schnurrt. Wir messen 48,8 Dezibel, den niedrigsten Wert, den wir bisher bei einer Espressomaschine gemessen haben. Volle Punktzahl.

Zubehör
Die Maro Model 1 wird mit einem Siebträger mit doppeltem Auslauf sowie einem bodenlosen Siebträger ausgeliefert. Beide aus Edelstahl mit Nussholzgriff. Ein IMS-Competition-1er- und 2er-Sieb sind ebenfalls dabei. Der Tamper ist Edelstahl mit Nussholzgriff und schliesst bündig mit dem Sieb ab. Wir messen 0,65 mm Spiel zwischen Sieb und Tamperbase.
Der Tamper hat eine Zusatzfunktion: Der Deckel des Griffs ist gleichzeitig ein Sechskant. Damit lässt sich links an der Maschine der Wassereinsaugmechanismus des Wassertanks anheben.
Im Lieferumfang ausserdem ein Reinigungskit mit Blindsieb, Fettlöser, Milchreiniger und Entkalker.
Bewertung des Zubehörs: 9 / 10
Das Zubehör ist gut und hochwertig. Sinnvoll und vollständig. Maro geht aber nirgendwo die extra Meile, die wir bei einem anderen Hersteller in der höchsten Preiskategorie gesehen haben.

Bedienbarkeit und Zielgruppe
Die Maro ist eine der komplexesten Espressomaschinen auf dem Markt, was die Steuerungsmöglichkeiten angeht. Gleichzeitig ist sie vielleicht die am einfachsten zu bedienende Espressomaschine. Sie erlaubt Menschen, die noch nie vor einer Espressomaschine standen, sehr guten Kaffee zu machen.
Dieser Spagat ist abenteuerlich. Ihr entscheidet, auf welchem Level ihr mit der Maro Model 1 einsteigt und welchen Weg ihr mit ihr gehen wollt.
Drei Modi ebnen diesen Weg
- Explorer: Die Maschine nimmt euch komplett an die Hand. Ihr wählt ein Getränk wie beim Kaffeevollautomaten und werdet Schritt für Schritt begleitet, ähnlich wie beim Thermomix. Ein smarter Modus „repariert" zu schnell laufende Bezüge und macht den Espresso balancierter, falls etwas nicht gelingt.
- Expert: Dieser Modus ähnelt einer klassischen Espressomaschine mit PID-Steuerung, Volumetrik und Preinfusion. Temperatur, Druck und Espressoausgabemenge stellt ihr selbst ein. Optional läuft der Smart Profiler mit und korrigiert oder bremst Bezüge aus.
- Extrem: Hier ruft die Maschine alles ab, was die besten und flexibelsten Espressomaschinen auf dem Markt können. Variable Fluss- und Drucksteuerung, Phasen- bzw. Bedingungssteuerung. Ihr könnt einer Phase ein Flussziel geben, das durch ein Druckziel limitiert wird. Beim Erreichen einer Bedingung springt die Maschine in die nächste Phase. Die finale Bedingung ist meist Volumen in der Tasse oder Gesamtbrühzeit.
Zahlreiche Shortcuts machen die Bedienung einfacher. Doppelter Druck auf die Spültaste startet eine Spülung der Dusche für eine einstellbare Zeit. Einfacher Druck öffnet das Auswahlfenster für Rückspülen und Reinigungsprogramm.
Rezepte werden je Röster und Kaffee abgelegt. Brühkurven können später überprüft werden, am Display oder, neu, in Maro Home.
Die Anzeige während der Brühung zeigt, wie viel Wasser geflossen ist und ob der Smartprofiler eingegriffen hat. Sie ist nicht aufdringlich, sondern als Möglichkeit präsentiert. Wer will, beginnt mit der Maro eine Lernreise und verbessert sich als Home Barista.
Bewertung der Bedienbarkeit: 9 / 10
Sehr responsives Display, alle wichtigen Einstellungen, drei Modi für drei Skill-Level, gute Routinen für tägliches Arbeiten und Reinigen. Was uns für die volle Punktzahl noch fehlt, ist ein Wassersteckfilter im Tank. Das ist im neuen Testprotokoll v2.3 ein eigenes Kriterium, weil es im Alltag den Aufwand für Entkalkung und Maschinenpflege spürbar reduziert. Bei einer 5.000-Euro-Maschine erwarten wir das.

Aufheizzeit
Nach 4 Minuten zeigt die Maro Espressomaschine an, dass sie aufgeheizt ist. Das ist einer der schnellsten Werte von hochwertigen Espressomaschinen. Einige günstige Thermoblocks halten hier mit, fallen dann aber in diversen anderen Testbereichen durch. Die meisten Espressomaschinen mit Boiler benötigen 20 Minuten und mehr, um wirklich voll aufzuheizen und damit eine konstante Temperatur zu erreichen. Es gibt wenige Ausnahmen mit kleinen Boilern und Heizzeiten von 15 Minuten und noch weniger Maschinen, die unter 10 Minuten das Temperaturziel erreichen. Wir testen das mit einem ausgeklügelten und genau definierten System bei allen Espressomaschinen gleich.
Maro Model 1 erreicht diese Aufheizzeit, weil die Maschine nur die notwendige Wassermenge mit einem sogenannten Dickfilmheizer (englisch Fast Through Heater; FTH) erwärmt. Heizen mit dem Dickfilmheizer ähnelt dem Prinzip des Thermoblocks, welches wir von Kapselkaffeemaschinen oder Filterkaffeemaschinen kennen. Der DH lässt sich allerdings genauer und schneller regulieren. Zusätzlich erwärmt die Maro den Brühkopf per Heizpatrone, um damit auch den Siebträger zu erwärmen. Siebträger hängen bei allen Systemen den Heizelementen in der Maschine hinterher. Er sollte aber ebenfalls erwärmt werden, um in der Brühung nicht zu viel Temperatur des Wassers aufzunehmen und so die Brühtemperatur zu reduzieren.
Die schnellste Aufheizzeit ist aber ohne eine gute Temperaturkonstanz wertlos, die wir im folgenden Kapitel durchleuchten werden. Vorweg aber schon einmal: Auch die Temperaturkonstanz der Maro sucht ihresgleichen und ist in dieser Kombination ungeschlagen.
Mit Maro Model 1 erfüllen sich unsere Wünsche! Wir müssen unsere Uhr und unseren Tagesrhythmus nicht mehr der Espressomaschine anpassen und die Maschine 20 bis 40 Minuten vor dem Espressobezug starten (was für Faema E61 Modelle oft der Fall ist). Stattdessen können wir uns spontan entscheiden, ob wir in 4 Minuten einen Espresso wollen! Das ist ein Quantensprung! Und doch: Wir bewerten die Aufheizzeit der Maro „nur" mit 9 von 10 Punkten. Das liegt daran, dass die Espressomaschine eine ganze Minute bootet und erst dann mit dem Heizen beginnt. Die eigentlich Heizzeit beträgt rund 3 Minuten. Wenn die Maro hier noch optimiert wird, dann kann sie ganz nach vorne stoßen und zur Zuriga aufschließen. Die heizt noch ein wenig schneller auf, ist dann allerdings auch nicht so temperaturkonstant wie die Maro.

Temperaturkonstanz
Anschnallen für Superlative. Maro Model 1 gehört zu den drei besten Espressomaschinen in Sachen Temperaturkonstanz und Präzision. In vielerlei Hinsicht ist sie die präziseste Maschine im Markt über alle Preisklassen und über alle bisher von uns gemessenen Espressomaschinen.
Zur Überprüfung messen wir bei jeder Espressomaschine zwei Testreihen. Das KM-Protokoll bildet ein realistisches Szenario zuhause ab. Direkt nach der ermittelten Aufheizzeit messen wir 5 Bezüge im Abstand von einer Minute. Wir untersuchen Standardabweichung, Konstanz im Bezug und Temperaturdifferenz im Bezug. Anschliessend folgt das WBC-Protokoll, das normalerweise für Gastromaschinen verwendet wird. Da geht es um Konstanz unter Hochleistung.
Im KM-Protokoll kommt die Maro auf eine Standardabweichung von 0,516 Grad. Damit liegt sie knapp hinter der Dalla Corte Mina (0,43), der Dalla Corte Studio (0,51) und der Sanremo You (0,34). Diese Maschinen brauchen alle länger als 12 Minuten zum Aufheizen.(3) Die Maro liefert diesen Wert nach 4 Minuten. Standardmässig vergleichen wir den Bezug von Sekunde 4 bis 25. Schauen wir die Bezüge von Sekunde 9 bis 25 an, übernimmt die Maro die Top-Position.
Auch im WBC-Protokoll überzeugt die Maro. Wir messen 0,79 Grad Standardabweichung über 14 Bezüge. Das ist eine sehr hohe Konstanz zwischen den Bezügen. Für das WBC-Protokoll werden Maschinen eine Stunde angelassen, um ein thermisches Gleichgewicht zu erzielen. Bei der Maro widerspricht das eigentlich dem Konzept. Sie muss wegen der kurzen Aufheizzeit gar nicht angeschaltet bleiben.
Wenn die Maschine länger nicht verwendet wird, schaltet sie in einen Eco-Modus. Aus dem ist sie in kürzester Zeit wieder aktiviert.
Eine Stärke des Dickfilmheizers gegenüber Boiler-Espressomaschinen ist die flexible Temperaturverstellung. Bei Boiler-Maschinen wird immer das ganze Kesselwasser auf eine Temperatur gebracht. Bei Dickfilmheizern nur die Brühwassermenge des Bezugs. Schnelles Wechseln zwischen Temperaturen ist kein Problem. Wer um mehr als 10 Grad nach unten will, sollte den Siebträger mit kaltem Wasser kühlen. Siebträger und Brühgruppe tragen die Temperatur der letzten Bezüge mit.
Bewertung der Temperaturkonstanz: 10 / 10
Die Maro gehört in Sachen Temperaturkonstanz zu den drei besten Espressomaschinen, die wir bisher getestet haben. Da sie diese Konstanz bereits nach 4 Minuten zur Verfügung stellt und einen schnellen Wechsel zwischen den Temperaturen erlaubt, vergeben wir die volle Punktzahl. Festzuhalten ist, dass wir bei der Maro kein Offset festgestellt haben.
Volumetrik: der große Sprung
Die Volumetrik war 2024 unser einziger ernsthafter Kritikpunkt an der Maro. Die Maschine bietet die Möglichkeit, eine genaue Auslaufmenge im Display zu definieren. Diese wird aber nicht klassisch durch ein Flowmeter im Heisswasserstrang gemessen, sondern errechnet. Ein Flowmeter im Kaltwasser-Bereich misst den Durchfluss. Ein Drucksensor in der Brühgruppe erfasst den effektiven Druck. Aus diesen Daten errechnet die Maro die Ausgabewassermenge in der Tasse.
2024 hat die Maschine bei abweichenden Profilen oder verschiedenen Kaffees in der Tasse 2 bis 5 Gramm danebenlegen können. Das war für eine Maschine in dieser Preisklasse zu viel. Wir haben sie damals mit 4 von 10 Punkten bewertet und gesagt, "da hat Maro Nachholbedarf". Maro hat die Kritik ernst genommen und weiter gearbeitet.
Im Mai 2026 haben wir mit unserem neuen Volumetrik-Stresstest aus Testprotokoll v2.3 alles neu gemessen. Setup: Apas Espresso, Mahlkönig E64 GbW, Brühverhältnis 1:2,5, Zielmenge 45 Gramm. Fünf Stufen: Scace mit simuliertem Widerstand, Referenz-Espresso, komplexes Druckprofil, Stress „Gröber" und Stress „Feiner".
Erste Messung: errechnete Volumetrik ohne Waage
Die errechnete Volumetrik wurde im Changelog stetig verbessert. Wir messen erst einmal, wie sie heute ohne externe Waage liegt.

Mittlere Gesamtabweichung über alle fünf Stufen: 1,50 Gramm. Bei der Referenz und im Profil-Check schon richtig nah dran. Sobald sich der Mahlgrad und damit der Widerstand stark verändert, weicht die Maschine deutlicher ab, vor allem nach oben, wenn wir feiner stellen. Im neuen Stresstest sind das 7 von 10 Punkten. Maximal erreichbar wären in dieser Konstellation neun Punkte (ohne Bonus für eine integrierte Waage). Das ist drei Punkte mehr als 2024 und im Alltag ohne Waage absolut brauchbar.
Zweite Messung: mit Bluetooth-Waage und neuer Software
Hardwareseitig war die Bluetooth-Schnittstelle in der Maro schon länger vorgesehen. Mit dem aktuellen Update ist sie freigeschaltet. Maro spricht mit Felicita, Acaia, Bookoo, Difluid und anderen Bluetooth-Waagen.

Robin und Max haben in diesem Update zusätzlich gelöst, was uns am ersten Wagen-Test noch gestört hat: Die Maschine hatte konstant über dem Ziel gebrüht, weil die errechnete Volumetrik auf den bodenlosen Siebträger kalibriert war.
Die neue Software macht das anders: Die Maschine nimmt sich die vorherige Brühung als Referenz und korrigiert beim nächsten Bezug zu einem Prozentanteil nach. Lernende Volumetrik. Wir haben die gleichen fünf Stufen noch einmal gemessen.
Mittlere Gesamtabweichung: 0,37 Gramm. Gegenüber 1,50 Gramm aus der Messung ohne Waage ist das ein deutlicher Sprung. Schon im Referenz-Espresso liegen wir zwischen 45,0 und 45,7 Gramm bei Zielmenge 45. Auch unter „Gröber" und „Feiner" bleibt die Maschine in einem sehr engen Korridor. Das ist Niveau, das ihr von Hand kaum hinbekommt. Wer mit der Waage drunter manuell stoppt, muss antizipieren, weil noch nachtropft.
Mit verbundener Waage und neuer Software gibt es 9 von 10 Punkten. Den letzten Punkt hält das neue Protokoll für Maschinen mit integrierter Waage zurück. Die Maro hängt eine externe Bluetooth-Waage an, was im Alltag nahezu gleich präzise ist, aber eben nicht ohne Zubehör auskommt. Im Vergleich zum letzten Test ist das ein Sprung von 4 auf 9 Punkte.
Auch ohne Waage ist die Volumetrik im Alltagsszenario sehr stark und gehört zu den besten am Markt. Wer eine Bluetooth-Waage hat, holt das Maximum raus. Maro nagelt damit alles, was wir erwarten würden. Selbst Gastromaschinen liefern in dieser Disziplin nicht mehr.

Schäumqualität und Dampfperfomance
In 30 bis 35 Sekunden lässt sich mit der Maro eine 0,6er-Kanne für zwei Cappuccini schäumen. Nach kurzer Kondenswasserausgabe baut die Maschine zügig Dampfkraft auf. Auf voller Leistung liegt sie im oberen Mittelfeld der heimischen Espressomaschinen, lässt sich aber sehr einfach und schnell nach unten regulieren. Dafür ist der 2300-Watt-Dickfilmheizer verantwortlich. Die Maro lässt selbst beim Schäumen mehrerer Milchkannen hintereinander nicht spürbar nach. Sie hängt von keiner Wärmespeicherkapazität ab, sondern erzeugt den Dampf beim Schäumen. Das ist ein Vorteil gegenüber Siebträgermaschinen mit kleinen Boilern.
Die Dampflanze bleibt dank Cool-Touch beim Berühren angenehm temperiert. Wir haben den Test mit der ursprünglichen Dampflanzenspitze und einem Prototyp gemacht. Der Prototyp entwickelt mehr Drall und bringt die Milch besser in Bewegung. Da er mit den kommenden Modellen ausgeliefert wird, bewerten wir die Maschine auf dieser Basis: 8 von 10 Punkten.
Parallel zu Brühen und Schäumen geht nicht. Direkt nach dem Brühen schäumen geht. Für zuhause oder kleinere Büros ist das kein Thema. Die Bewertung von paralleler Schäum- und Brühleistung läuft separat in der Cateringfähigkeit.
Catering und Volumenperfomance
Wer begeistert Kaffee zuhause brüht, sieht sich schnell beim nächsten Schulfest oder dem Fussballturnier des Nachwuchses am Kaffeestand. Ist die Maro die richtige Espressomaschine dafür? Es kommt drauf an.
Die Maro geht nicht in die Knie. Temperaturkonstanz und Dampfleistung erlauben viele Brühungen hintereinander. Im neuen Testprotokoll bekommt sie deshalb in der Temperaturstabilität unter Dauerlast die volle Wertung. Das WBC-Protokoll ist sauber, das Schäumen kräftig und konstant, die Tropfschale groß. Problematisch bleibt: Schäumen und Brühen geht nicht parallel. Der Wassertank ist nicht beim Brühen befüllbar, wie es bei Maschinen mit eingelassenem Tank in der Tassenablage geht. Die Tropfschale hat keinen Abwasserschlauch, der Wassertank keinen Wasseranschluss.
Eine Randnotiz aus dem Catering-Einsatz: die Maschine ist ZU LEISE. Was sonst Stärke ist, wird auf einer lauten Messe zur Irritation. Die Maschine startet nicht unmittelbar nach Bezugsstart und gibt kein akustisches Feedback. Wir waren ein paar Mal unsicher, ob sie überhaupt brüht.
Die Maro hat andere Stärken als den Cateringeinsatz. Mit dem neuen Protokoll liegen wir bei 5 von 10 Punkten, ein Punkt mehr als 2024, weil die Performance unter Last so sauber ist. Für ein paar Cappuccini auf der Geburtstagsparty zweimal im Jahr passt das. Für regelmässiges Catering würden wir Espressomaschinen mit grossem Boiler, Wasseranschluss und Abwasserschlauch vorziehen.(4)

Stromverbrauch
Das Zusammenspiel aus schneller Aufheizzeit und präziser Energie-zu-Wärme-Übertragung lässt die Maro Model 1 sehr wenig Energie verbrauchen. Sie heizt nicht, wie viele Boiler-Maschinen, den Raum mit auf. Sie muss nicht 500 Milliliter bis 1,5 Liter Wasser erhitzen, um 80 Milliliter zu verwenden. Stattdessen wird nach vier Minuten jenes Wasser erwärmt, das für den nächsten doppelten Espresso gebraucht wird.
Wir messen bei fünf doppelten Espressobezügen inklusive Aufheizzeit 0,06 kWh. Zum Vergleich: ein Thermoblock mit geringem Stromverbrauch wie die Ascaso Steel Duo PID Plus braucht dafür mit 0,12 kWh fast den doppelten Wert. Eine Zweikreiser-Espressomaschine wie die Lelit Mara X braucht 0,28 kWh, also 4,5-mal so viel. Bei der La Marzocco Linea Mini R landen wir bei 0,38 kWh (Dampfboiler an, da sonst nicht temperaturkonstant). Besser als die Maro ist nur die Zuriga mit 0,058 kWh.
Beim zusätzlichen Schäumen wird der Vorsprung noch grösser. Die Maro braucht für das Aufheizen und Zubereiten von zwei Cappuccinos 0,0568 kWh. Die Ascaso Steel Duo PID Plus liegt bei 0,24 kWh, die Linea Mini bei 0,579 kWh.
10 von 10 Punkten.

Espressopotential
Wir haben grossartige Espressi aus der Maro getrunken. Im Explorer-, Expert- oder Extrem-Modus liefern alle die Voraussetzungen für ausgezeichneten Espresso. Die Modi sind das richtige Gegenüber für jedes Erfahrungslevel. Die Bedienoberfläche schafft im Zusammenspiel mit der hochpräzisen Technik die Grundlage.
Die Sensorik im Brühkopf misst Druck und Temperatur dort, wo es Sinn macht. Die Pumpensteuerung ist so präzise, dass sich Fliessgeschwindigkeiten von 1 Milliliter bis 8 Milliliter pro Sekunde im Extrem-Modus abrufen lassen.
Jede beliebige Preinfusionszeit bei frei wählbarem Druck und Fluss ist programmierbar. Vom Blooming Shot zum Turbo Shot über die Simulation eines Hebelbezugs ist alles möglich, ebenso unser Kaffeemacher Lungo oder ein Allongé.
Die Brühwasserausgabe der Dusche der Maro ist sehr gleichmässig, dank einer Verteilungskonstruktion, die Maro für ein Patent angemeldet hat. Die mitgelieferten IMS-Siebe sind hochwertig.
Mit der Maro kann der Espresso-Einsteiger wie der fortgeschrittene Home Barista alles aus dem Röstkaffee abrufen, was angelegt ist. In den uns bekannten Sphären gibt es keine Grenzen. Im neuen Protokoll v2.3 ergibt das im Hybrid-Ansatz aus Temperatur-Performance, Profilierung und Hardware-Hygiene plus sensorischer Validierung die volle Punktzahl: 10 von 10. Faktor 3 in der Gesamtwertung, die wichtigste Kategorie überhaupt.
Ein Punkt, der uns bei der Espressozubereitung trotzdem stört: Die Maschine braucht nach dem Drücken der Bezugstaste relativ lange, bis sie tatsächlich mit dem Brühen beginnt. Durch den Kontakt der heissen, feuchten Atmosphäre bei eingespanntem Siebträger startet die Reaktion am Kaffeegut, bevor das Wasser kommt. Wir empfehlen bei allen Espressomaschinen den Bezugsstart innerhalb von 4 Sekunden. Die Maro braucht aktuell ungefähr diese Zeit, bevor das erste Wasser kommt. Hier wäre eine Beschleunigung wünschenswert.
Die Brühmodi
Das Wechseln zwischen den Modi geht mit zwei Display-Berührungen zwischen den Bezügen. Wir erwähnen das, weil die Maro sich zum Beispiel in einer WG sehr gut macht. Während Vera, die in einem Café arbeitet und gerne mit Brühprofilen brüht, nutzt Markus eher den Explorermodus, weil er unerfahren ist oder beim Flat White an die Hand genommen werden möchte. Vielleicht brüht er den doppelten Espresso aber auch souverän im Expert-Modus, mit Hilfe vom Smartprofiler.
Explorer-Modus
Der Explorer-Modus nimmt euch auf Wunsch komplett an die Hand. Ihr wählt aus den Brührezepten ein Getränk. Espresso, Cappuccino, Americano, Café Latte, Latte Macchiato und Flat White sind sechs Getränke mit Anleitung.
Per Klick auf Flat White wird zunächst angezeigt, dass ihr neben der Milch eine kleine Schäumkanne und eine mittlere Tasse braucht. Dann wird der doppelte Espressobezug vorbereitet. Die Maschine sagt, wieviel Kaffee gemahlen werden soll und wie das Brührezept aussieht. Bezug starten, visualisieren, ausspannen, schäumen.
Schäumzeit und Intensität wählen, starten. Nach der Reinigung der Dampflanze die Bewertung des Bezugs. Mein Getränk ist viel zu sauer? Die Maschine schlägt mir Verbesserungen vor, zum Beispiel eine längere Extraktionszeit als Ziel.
Diese wird für den ausgewählten Kaffee im Explorer-Modus gespeichert. Wenn ich das nächste Mal einen Espresso mit Apas zubereite, leitet mich die Maschine durch das angepasste Rezept.
Wenn ich beim nächsten Mal einen Espresso direkt starten möchte, ohne die Guides, geht das auch. Im Explorer-Modus läuft der Smart Profiler immer mit. Stellt er fest, dass der Espresso wegen zu grobem Mahlgrad oder Channeling im Puck zu schnell läuft, reduziert er die Fliessgeschwindigkeit. Ziel: die eingestellte Brühzeit erreichen.
Was auf den ersten Blick wie „schummeln" klingt, ist sinnvoll. Ein Espresso mit angepasster Fliessgeschwindigkeit schmeckt besser als einer, der durch den Kaffee schiesst, weil dieser zu grob gemahlen war. Sensorisch erreicht der Smart Profiler bei unseren Bezügen die deutlich besseren Ergebnisse.
Expert-Modus
Der Expert-Modus erlaubt die Steuerung einer Espressomaschine mit PID und Volumetrik und bei Bedarf den Smart Profiler. Wieder wählen wir den Kaffee. Brühtemperatur einstellen, sehen, dass wir Apas zuletzt mit 18 Gramm gebrüht haben, Output auf 36 Gramm, Wunschzeit angeben, Smart Profiler dazu.
Über „Profil Bearb" Preinfusionszeit und Brühdruck festlegen. Bezug starten. Die Anzeige zeigt Fluss in Gramm pro Sekunde und real erzeugten Druck. Ein Abschlussbild zeigt die Analyse des Bezugs.
Wer gerade mit Siebträger-Espressomaschinen begonnen hat, läuft anfangs durch die Explorer-Rezepte und kommt im Expert-Modus an. Wer tiefer eintauchen will, wechselt in den Extrem-Modus.
Extrem-Modus
In Extrem gibt es keine Grenzen. Die Bibliothek mit vorgespeicherten Profilen erlaubt einen einfachen Start. Standard 6 oder 9 Bar, Handhebel, Lange Preinfusion, Slow Ramp Up, Blooming Shot und Constant Flow heissen die Profile.
Profile werden in Phasen bzw. Stages gesteuert. Jede Stage beschreibt eine Aktion der Maschine, die fortläuft, bis eine Bedingung erfüllt ist. Bei einer Übergangsbedingung geht die Maschine in die nächste Phase. Bei der Endbedingung wird der Bezug beendet, meist Brühzeit oder Wassermenge.
Pro Phase entscheiden wir, ob wir flussgesteuert oder druckgesteuert fahren. Neben dem Primärziel können wir ein zweites Limit setzen. Beispielsweise 8 Bar Druck als Primärziel mit max. 4 Milliliter pro Sekunde Fluss. Auch der Fluss kann Primärziel sein und durch maximalen Druck reguliert werden. Primärziele dürfen ansteigend oder fallend definiert werden. Limits sind immer linear.
Die Übergangsbedingung (Exit) führt in die nächste Phase. Drei Bedingungen sind einstellbar: Zeit, Gramm in der Tasse, Fluss. Eine Phase endet zum Beispiel nach 10 Sekunden, oder bei einem Flussziel, oder bei 20 Gramm in der Tasse.
Es können nahezu beliebig viele Stages programmiert werden. Wir haben bei 100 aufgehört.
Pulsweitenmodulation und Pumpensteuerung
Um zu verstehen, wie bei der Maro Fluss und Druck gesteuert werden, müssen wir kurz ausholen. Klassischerweise wird der Druck von Rotationspumpen über ein Expansionsventil gesteuert. Die Pumpe liefert durch konstante Drehbewegung und konstante Spannung einen kontinuierlichen Wasserfluss. Der effektive Druck entsteht, wenn der Wasserfluss auf einen Widerstand trifft, den Kaffeepuck im Siebträger. Da der Puck variabel ist (Mahlgrad, Tamperdruck, Channeling, Erosion), sorgt das Bypass-Ventil dafür, dass der maximale Druck im System konstant bleibt. Es sitzt typischerweise im Ausgangsbereich der Pumpe und öffnet, wenn der eingestellte Maximaldruck erreicht ist.
Ganz anders in der Maro. Hier entstehen Druck und Fluss durch ein Zusammenspiel aus Sensoren, Berechnung und Steuerung. Die Pumpe wird nicht durch kontinuierliche Spannung betrieben, sondern durch schnelles Ein- und Ausschalten der Stromzufuhr, die sogenannte Pulsweitenmodulation (PWM). Die Pulsbreite (Duty Cycle) bestimmt, wie lange die Pumpe innerhalb eines Zeitintervalls eingeschaltet ist. 80 % bedeuten höhere Leistung, 20 % geringere. So lässt sich die Drehzahl regulieren und der Durchfluss direkt steuern.
Sensoren zur Überwachung des Durchflusses
-
Flusssensor hinter der Pumpe:
- misst den Wasserdurchfluss direkt nach der Pumpe und vor dem Dickfilmheizer
- erfasst Schwankungen, um die tatsächliche Fördermenge zu bestimmen
- Rückmeldungen erlauben die dynamische Anpassung der PWM-Steuerung
-
Drucksensor über dem Brühkopf:
- kontrolliert den Wasserdruck direkt vor dem Kaffeebett
- überwacht, ob die gewünschte Druckrate eingehalten wird
- erkennt Druckänderungen durch den Widerstand des Pucks und meldet sie an die Steuerung
Das System arbeitet als geschlossener Regelkreis. Die Sensoren messen kontinuierlich. Der Mikrocontroller passt die PWM-Signale an. So bleiben Druck und Durchfluss in Echtzeit auf dem Zielwert.
Vorteile der PWM-Steuerung
Die GB072-Rotationspumpe lässt sich mit PWM präzise und flexibel steuern. Schwankungen, die zu Channeling führen, werden reduziert. Smart Profiler und Flusssteuerung werden überhaupt erst möglich. Energie wird gespart, weil die Pumpe nicht dauerhaft mit voller Leistung läuft.

Maro Home: Datenbank, Profile, Community
Was 2024 noch fehlte und seitdem dazugekommen ist: Maro Home. Das ist eine Webplattform, die mit eurer Maschine spricht. Drei Dinge, die wir regelmässig nutzen.
Eure Bezugsdatenbank
Jeder Espresso, den ihr bezieht, landet in eurer Datenbank. Mit allen Daten: welcher Kaffee, welche Dosis, welche Temperatur, welches Brühverhältnis, welcher Mahlgrad (wenn ihr ihn notiert habt), welche Bezugszeit, welches Profil. Ihr seht euch eine Brühung im Detail an: Druckkurve, Stages, Flussverlauf. Ihr könnt zwei Bezüge übereinanderlegen und vergleichen, ob ein Profilwechsel sich ausgezahlt hat.

Über die Maschine hinaus zeigt euch die Statistik: wie viele Bezüge habt ihr gesamthaft gemacht, wie viele seit der letzten Entkalkung, wie viele seit dem letzten Rückspülen, wie viel Wasser ist insgesamt durchgelaufen.
Profile teilen und finden
Wer ein Profil entwickelt hat, kann es direkt aus der Datenbank teilen. Andere Maro-Besitzer übernehmen es mit einem Klick. In der Profilsuche stoßen wir auf Profile aus der Community. Und wir teilen umgekehrt unsere Rezepte für die Kaffees, die wir gerade bei Kaffeemacher rösten. Gerade wenn ihr einen neuen Kaffee kauft und nicht jedes Mal von vorne anfangen wollt, ist das Gold wert.
Community, Forum und Maro Academy
Maro Home enthält ausserdem ein Forum, eine Community-Sektion und einen Bereich, in dem Maro neue Kaffees vorstellt, die sie rösten lassen. Die Maro Academy auf YouTube wächst. Dort findet ihr immer mehr Inhalte zur Maschine und zur Espressozubereitung.
Maro Home ist kein abgeschlossenes Produkt, sondern wächst mit der Community. Für uns ist die Bezugsdatenbank ein viel genutztes Werkzeug.
Maro Coffee Engineering
Hinter der Maschine stehen zwei junge Männer aus Thüringen, die sich und vielen Home Baristas mit dieser Maschine einen Traum erfüllen. Max Grimm und Robin Kuprat sind Gesellschafter, Gründer und Macher von Maro Model 1. Die Maro Coffee Engineering GmbH sitzt in Suhl.
Sie haben die Maro nicht nur entwickelt, sondern bauen bis heute jede einzelne Maschine selbst zusammen. Aus diesem Grund ist die verfügbare Stückzahl bis auf Weiteres begrenzt.
Unterstützt werden sie mit Expertise, Räumlichkeiten, Lieferkettenzugängen und Werkzeugen wie Fräsen von der Profectus GmbH aus Suhl. Jürgen John, Gesellschafter und Geschäftsführer, fungiert als Business Angel und Mentor. Profectus ist spezialisiert auf Leiterplatten und Elektronik. Die Zusammenarbeit erlaubt Maro, viele Komponenten lokal zu beziehen und von der industriellen Basis in Südthüringen zu profitieren. Das gibt Maschine und Start-up Stabilität für die Zukunft.
Für wen ist die Maro die passende Espressomaschine?
„Für fast alle" ist als Antwort etwas unpräzise, liegt aber nahe. Drehen wir die Frage zunächst um. Für wen ist die Maro nicht die passende Espressomaschine?
- Für Maschinenpuristen und Liebhaber klassischer italienischer Espressomaschinen wird die Maro nicht passen. Sie ist mit Elektronik, grossem Display und einem komplexen Zusammenspiel aus Sensorik und Steuerung das Gegenteil davon. Die Haltbarkeit muss sie über die Jahre noch nachweisen.
- Für Cafés oder Catering, weil Ab- und Zuwasser fehlen und Espresso brühen und Schäumen nicht parallel geht.
- So schmal der Energieverbrauch ist, der Bedarf in der Spitze ist hoch, weil in kurzer Zeit viel Energie eingesetzt wird. Das schränkt den Einsatz in Settings mit geringer Energieverfügbarkeit ein. Die Maro braucht 2300 Watt. Mit 38,5 cm Höhe, 30 cm Breite, 33,1 cm Tiefe und 22,6 Kilogramm ist sie auch alles andere als ein Leichtgewicht.
Und für wen ist sie nun?
Die Maro passt sich dem Gegenüber an und ist damit zunächst einmal für jedes Skill-Level geeignet. Keine andere Maschine ist dank interner Anleitungen und Schritt-für-Schritt-Guides so zugänglich und einsteigertauglich. Gleichzeitig skaliert die Maschine im Extrem-Modus in Sphären, in denen nur 5 bis 6 andere Maschinen am Markt unterwegs sind.
Diese Spannweite öffnet der Maro neben dem Nutzen zuhause ein bislang von Kaffeevollautomaten dominiertes Spielfeld. Mit einer guten Espressomühle mit Wiegefunktion ist die Maro Model 1 perfekt für Büros, Lehrerzimmer und WGs. Die Maschine passt sich an und nimmt wahlweise an die Hand oder lässt Home-Barista-Herzen höher fliegen. Im Zweifel rettet der Smart Profiler die Bezüge, wenn der Espresso zu schnell läuft.
Was wir uns noch wünschenEinige Wünsche von 2024 sind erfüllt. Andere sind dazugekommen.
- Wassersteckfilter im Tank. Aktuell der einzige Punkt, der uns in der Bedienbarkeit zur vollen Punktzahl fehlt. Wir empfehlen ihn bei jeder Espressomaschine, weil er Wasserqualität, Maschinenpflege und Entkalkungsintervalle in einem Schritt verbessert.
- Schnellerer Bezugsstart. Nach Drücken der Bezugstaste vergehen aktuell rund 4 Sekunden, bis tatsächlich Wasser fliesst. Wir wünschen uns, dass die Verzögerung deutlich kürzer wird.
- Dunkles Skin für Display und Touch. Passt besser zur Maschine, ist beim Filmen angenehmer.
- KM-Skin im Explorer mit unseren Guides direkt auf der Maschine.
- Integrierte Waage. Mit einer integrierten Waage holt die Maro im neuen Stresstest auch den letzten Bonuspunkt. Und die Verbindung zur Bluetooth-Waage entfällt.
Bewertung im Überblick
Maro Model 1
Skala je Kategorie 0 – 10, gewichtet zu einem Gesamtscore von 0 – 100. Wie wir bewerten und woher die Faktoren kommen, steht im Testprotokoll v2.3.
Fazit Maro Model 1 Espressomaschine
Mit dem Update auf Testprotokoll v2.3 erreicht die Maro Model 1 einen Gesamtscore von 88,7 von 100 Punkten. Qualitätsklasse Exzellent. Sie verbessert sich gegenüber unserem Test 2024 vor allem in der Volumetrik, die jetzt mit Bluetooth-Waage und neuer Software auf 9 von 10 Punkten klettert. Maro Home komplettiert die Maschine und erlaubt einfaches Teilen von Rezepten mit anderen Maro Usern. Schon vorher war die Maro sehr gut. Nun hat sie erneut einen Sprung gemacht. Viel zu verbessern gibt es nicht mehr.
Die Punkte, die zur Weltklasse fehlen, kommen vor allem aus dem Catering und dem Preis.
Die Maro kostet 4.999 Euro. In der Preis-Leistungs-Berechnung des neuen Protokolls schlägt sich das mit einer Note von 4,3 nieder. Wer auf Preis-Leistung optimiert, findet günstigere Espressomaschinen, die ebenfalls Top-Espresso machen. Ohne Frage.
Wer auf das technische Maximum optimiert und 5.000 Euro für die Espressomaschine bereit ist auszugeben, findet mit der Maro im Markt aktuell wenig Vergleichbares. Die Linea Mini, eine Faemina, eine Sanremo You sind in dieser Preisrange. Keine davon kann das, was die Maro im Extrem-Modus (oder Explorer-Modus) kann.
Zwei junge Unternehmer aus Thüringen haben mit ihrer Espressomaschine die etablierte Branche überholt, die in weiten Teilen noch immer Boiler-hörig ist. Ein Konzept, das für große Kaffeemengen seine Berechtigung hat, im heimischen Kontext aber an das Festhalten am Analogfilm erinnert, während Maro mit wenigen anderen den Digitalfilm einführt.
Wir freuen uns, dass wir eine der ersten Maros ergattert haben. Und wir bleiben dran.
Fussnoten
(1) Bei teureren Maschinen zahlen wir manchmal eine Leihgebühr und geben die Maschine später zurück. Wir lassen uns grundsätzlich keine Erstmaschinen stellen. Wenn eine Maschine schlecht abschneidet, geben wir Herstellern die Möglichkeit, eine Zweitmaschine vorübergehend zur Verfügung zu stellen, um unsere Erkenntnisse zu challengen.
(2) z.B. auch in der Sanremo You.
(3) Sanremo You 15 Minuten, Dalla Corte Mina 20 Minuten.
(4) Lasst ihnen zumindest diesen Einsatzzweck.
Disclaimer. Wir haben die Maro Model 1 selbst gekauft. Dieser Test und auch dieses Update wurden nicht von Maro angefragt. Maro hatte zu keiner Zeit Einsicht in unser Video oder diesen Testbericht. Es ist kein Geld von Maro an uns geflossen.
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