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    Eureka Black Diamond Mahlscheiben im Test: welche passt zu deinem Espresso?

    Eureka Black Diamond Mahlscheiben im Test: welche passt zu deinem Espresso?

    Es ist wieder Mahlscheibenzeit. Aus der Community kam immer wieder die gleiche Frage: Welche Eureka-Mahlscheibe soll ich mir kaufen, welche passt zu meiner Mühle und zu meinen Espresso-Vorlieben? Also haben wir die verschiedenen Black-Diamond-Mahlscheiben durchgetestet, eingebaut in die Eureka Single Dose Pro und, im Fall der All-Purpose-Scheibe, in die Eureka Mignon Libra 65 All Purpose. Von jeder Scheibe haben wir eine Partikelverteilung messen lassen und uns durch eine ordentliche Reihe Espressi getrunken. Das Ergebnis ist eindeutiger, als wir dachten.

    Black Diamond ist zweierlei, und das wird oft verwechselt

    Bevor wir zu den Messwerten kommen, müssen wir einen Begriff auseinandernehmen. Denn „Black Diamond" meint zwei völlig verschiedene Dinge, und wer das durcheinanderbringt, kauft am Ende die falsche Scheibe.

    Das eine ist die Beschichtung. Die schwarzen Scheiben sind mechanisch dieselben wie die serienmäßig verbauten, nur beschichtet und dadurch langlebiger. Auf das Mahlbild und den Geschmack hat die Beschichtung keinen Einfluss. Das haben wir inzwischen mehrfach gemessen, unter anderem bei der Magnifico und der Mignon XL. Wer also einfach nur länger mahlen möchte, bevor die Scheiben verschleißen, kann seine bestehende Geometrie bedenkenlos in Schwarz nachkaufen. Mehr passiert da nicht.

    Das andere ist die Geometrie der Mahlscheibe. Und die verändert die Tasse massiv. Eureka bietet unter dem Black-Diamond-Label mehrere Geometrien an, und die schmecken so unterschiedlich, dass wir bei einer Blindverkostung nicht auf denselben Kaffee getippt hätten. Genau darum geht es in diesem Artikel.

    Die drei Geometrien im Vergleich

    Wir haben drei Scheiben durchgemessen: die Italian Espresso Taste, die Espresso Specialty und die All Purpose. Alle Werte in der Tabelle stammen aus der gleichen Testeinstellung (Espresso-Grundeinstellung, T4) und wurden in Zusammenarbeit mit der ZHAW ermittelt.

    Mahlscheibe x50 (Median) Feinanteil (<100 µm) Grobpeak-Breite Charakter
    Italian Espresso Taste (Serienscheibe) 275,4 µm 29,7 % 218,5 µm körperbetont, schokoladig, Marzipan
    Espresso Specialty 292,9 µm 27,4 % 215,4 µm komplexer, süß, weniger Körper
    All Purpose (in der Single Dose Pro) 239,5 µm 27,7 % 152,5 µm klar, säurebetont, elegant
    All Purpose (nativ in der Libra 65) 254,0 µm 27,3 % 142,0 µm klar, säurebetont, elegant

    Messwerte T4 (Espresso-Grundeinstellung), ermittelt mit dem Retsch Camsizer X2 in Kooperation mit der ZHAW. Referenzkaffee: Apas Espresso.

    Italian Espresso Taste: die Serienscheibe, und die ist schon stark

    Das ist die Scheibe, die ihr bekommt, wenn ihr die Single Dose Pro ganz normal bestellt. Und man muss klar sagen: Das ist eine super Scheibe. Der Hauptpeak ist mit rund 218 µm auf den Punkt, dazu ein etwas höherer Feinanteil von knapp 30 Prozent. Das sorgt für Widerstand im Puck und für Körper in der Tasse.

    Beim Apas ziehen wir damit körperbetonte, eher dunkle Extraktionen, klar ins Schokoladige, sehr deutlich Marzipan. Viel Körper, dichte Textur. Interessant: Obwohl die Scheibe nicht „All Purpose" heißt, deckt sie auch hellere Röstungen erstaunlich breit mit ab. Wer aus dem Home-Barista-Kurs den Reflex „ich muss was upgraden" mitbringt, dem sei gesagt: Die Basis, die ihr schon drin habt, ist richtig lecker.

    Espresso Specialty: gröber, weniger Fines, mehr Komplexität

    Man würde meinen, die Specialty-Scheibe habe einen schmaleren Hauptpeak. Hat sie nicht. Wir reden von rund 15 µm Unterschied zur Italian, das ist nicht signifikant und beide bleiben im Bereich sehr guter Scheiben. Was sich aber verschiebt: Der Feinanteil sinkt um etwa drei Prozent, und der x50 wandert deutlich ins Gröbere.

    In der Tasse bringt das bei fruchtigen Kaffees mehr Komplexität und viel Süße. Beim Apas top, bei mittleren und dunkleren Röstungen sowieso. Beim hellen Chirinos fehlte uns dagegen ein Stück Textur, der Espresso lief etwas dünn und verlor an Präsenz. Kein schlechter Espresso, aber nicht die Scheibe, mit der dieser helle Kaffee glänzt.

    All Purpose: kompromisslose Klarheit, aber nichts für nebenbei

    Hier dreht sich das Ganze. Der Hauptpeak verschmälert sich auf rund 150 µm, aus dem Berg wird eine Spitze. Das nimmt dem Kaffee die Schwere und gibt ihm Klarheit, Säure und Komplexität. Elegant statt wuchtig. Beim Apas holt das eine ganz andere Seite heraus, helles Marzipan, Traubensüße, Noten, die für unseren Apas eigentlich untypisch sind.

    Aber: Diese Scheibe verlangt eine passende Brühung. Beim hellen Kaffee war uns das Ergebnis mit flachen 9 bar zu säurelastig und nicht mehr balanciert. Die All-Purpose-Scheibe spielt ihre Stärke erst aus, wenn ihr hinten Druck rausnehmen könnt, also mit Handhebel, Druckprofilen oder Flusssteuerung. Ein Beispiel aus dem Test: Der helle Kaffee kam auf 28 Sekunden Gesamtzeit, die ersten Tropfen aber erst nach 14 Sekunden. So ein Puck braucht lange Sättigung und schießt dann hinten raus. Auf einer Maschine, die nur flach durchballert, tut das dem Kaffee eher weh. Das sind die fortgeschrittensten Scheiben im Feld, mit denen man viel lernen kann.

    ★ Michel Aeschbacher, Schweizer Vize-Baristameister

    „Wenn wir die nebeneinander trinken und nicht wüssten, es ist der gleiche Kaffee, würde ich nicht davon ausgehen. Komplett anders."

    Welche Scheibe passt in welche Mühle?

    Wichtig, damit hier nichts schiefgeht: Die All-Purpose-Scheiben sitzen serienmäßig in der Libra 65 All Purpose, und die Mühle ist genau darauf abgestimmt. All-Purpose-Scheiben mahlen sehr langsam, die Libra ist dafür ausgelegt.

    Die übrigen Black-Diamond-Geometrien lassen sich nur in der Single Dose Pro sinnvoll fahren. Maße und Verschraubung sind zwar gleich, theoretisch passt vieles ineinander. In der Praxis aber führt die andere Mahlgeschwindigkeit in nicht abgestimmten Mühlen schnell zu Problemen, bis hin zur Verstopfung, und bei Waagen-Mühlen kommt die Waage womöglich nicht hinterher. Kurz: Wir können für solche Umbauten keine Garantie geben.

    Unser Tipp

    Ihr müsst überhaupt keine neuen Mahlscheiben kaufen. Die Serienscheibe eurer Mühle ist bereits sehr gut. Ein Scheibenwechsel ist ein bewusster Charakterwechsel zum Experimentieren, kein Pflicht-Upgrade. Wenn ihr Lust darauf habt, ist es aber ein spannendes Feld, das euch Wochen beschäftigt.

    Scheibenwechsel: Rezepte sind danach nicht mehr übertragbar

    Ein Punkt, der im Alltag oft unterschätzt wird: Wechselt ihr die Geometrie, verschiebt sich euer Mahlgrad deutlich. Auf der Single Dose Pro liegt der Schleifpunkt (der Punkt, an dem die Scheiben aufeinander kratzen) für den Apas bei etwa Mahlgrad 12 mit der Standardscheibe, bei rund 9 mit der All Purpose und bei etwa 11 mit der Espresso Specialty. Für den hellen Kaffee brauchten wir noch einmal rund fünf Zahlen feiner.

    Das heißt: Wenn ihr ein eingespieltes Rezept habt und neue Scheiben einbaut, könnt ihr dieses Rezept nicht einfach übernehmen. Ihr müsst neu eindialen. Rechnet ein paar Tage ein, bis ihr euch mit der neuen Scheibe wieder eingegroovt habt.

    Welche Scheibe für welchen Espresso?

    Am Ende ist es eine Geschmacksfrage, und alle drei sind gute Scheiben. Als Faustregel:

    • Schwer, kräftig, komplex: Bleibt bei der Italian Espresso Taste oder der Espresso Specialty. Beide bringen Körper und Süße, die Specialty etwas mehr Komplexität bei fruchtigen Kaffees.
    • Klarheit, Säure, Profiling: Dann sind die All-Purpose-Scheiben hochinteressant, vorausgesetzt, ihr könnt an eurer Maschine mit Druck oder Fluss arbeiten.

    Black Diamond ist kein Geschmacks-Upgrade, sondern zweierlei: eine Beschichtung für längere Haltbarkeit, die am Mahlbild nichts ändert, und mehrere Scheiben-Geometrien, die den Espresso stark verändern. Wer nur länger mahlen will, nimmt die schwarze Version seiner bestehenden Scheibe. Wer den Charakter ändern will, wählt nach Geschmack: Italian und Specialty für Körper und Komplexität, All Purpose für Klarheit und Säure, dann aber bitte mit passender Maschine.

    Und der wichtigste Satz zuerst: Ihr braucht das alles nicht. Die Serienscheibe eurer Eureka ist schon sehr gut. Aber wenn ihr Lust habt, mit eurem Kaffee zu spielen, ist das ein Feld, aus dem ihr über Wochen richtig viel herausholen könnt.

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