Das richtige Kaffeewasser

Das richtige Kaffeewasser

Die Kaffeewasser-Anleitung

Lesedauer: 4 Minuten. Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Kurzblog. Zum ausführlichen Blogartikel gelangt ihr hier auf unserer Schweizer Seite.

Da euer Kaffeegetränk über 90% aus Wasser besteht und aus weniger als 2% gelösten Kaffeeteilchen, lohnt es sich das Wasser einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Auch wenn es als Trinkwasser im Glas gut schmeckt, so gibt es einige Kriterien, die euer Trinkwasser zu einem guten Start für euer Kaffeegetränk macht.

Wie muss gutes Kaffeewasser sein?

Grundsätzlich sollte Kaffeewasser weich sein, in der Regel weicher als das was aus dem Hahn kommt. Hierbei gibt es zwei Größen:

  • Gesamthärte = Magnesium Mg+2 und Calcium Ca2+
  • Alkalinität = Hydrogenkarbonat = Bikarbonat = HCO3-

Für Filterkaffee sind die besten Werte:

  • Gesamthärte: 2 – 3 °dH
  • Alkalinität: 1 – 2 °dH

Für Espresso sind die besten Werte:

  • Gesamthärte: 3 – 6 °dH
  • Alkalinität: 2 – 4 °dH

Alkalinität wird oft auch als Karbonathärte bezeichnet, was strenggenommen nicht ganz korrekt ist, jedoch hat sich Karbonathärte als Begriff festgesetzt. 

Das klingt schon sehr kompliziert. Wir erklären euch hier, wie ihr solch gute Werte erreicht, da ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit so weiches Wasser leider nicht aus eurem Wasserhahn bekommt.

Wie gut ist mein Wasser zu Hause?

Es gibt mehrere Varianten die Wasserhärte zu messen. Ein Leitfähigkeitsmessgerät, ein ppm-Meter und ein Tröpfchen Test (die einfachste Variante). Im letzten Fall werden 10ml eures Wassers in ein Röhrchen gefüllt und einige Tropfen Testflüssigkeit. Ihr zählt die Tröpfchen und sobald es einen Farbumschlag gibt, wisst ihr die Wasserhärte. Zudem gibt es die Möglichkeit den lokalen Wasseranbieter zu kontaktieren oder dessen Website aufzurufen. 

Wie und was filtert der Tischwasserfilter?

Tischfiltergeräte sind günstig und weit verbreitet. Wasser wird eingefüllt und es werden 50% des Wassers maximal dekarbonisiert. Die anderen 50% laufen einfach nur durch den Aktivkohlefilter des Gerätes.

Ein kurzes Rechenbeispiel: Aus dem Wasserhahn haben wir Trinkwasser mit 16°dH Gesamthärte und 12° dH Alkalinität. Nach einem Durchlauf durch den Wasserfilter halbiert sich die Alkalinität auf 6° dH, die Gesamthärte jedoch nur auf 10° dH. Da dies noch weit entfernt vom perfekten Kaffeewasser ist, benötigen wir einen zweiten Durchlauf.

Nach dem zweiten Durchlauf ist die Alkanität bei 3°dH und die Gesamthärte bei 7°dH. Das ist schon gut, aber in den perfekten Bereich kommen wir erst mit der dritten Filterung (1.5° dH Alkanität und 5.5° dH Gesamthärte).

In einigen Fällen sind mit Tischfiltergeräten also 3 oder noch mehr Durchläufe nötig. Ganz schön aufwändig!

Der Wasserfilter mit Festwasseranschluss

Ein Luxus ist ein Wasserfilter mit Festwasseranschluss, also ein festangeschlossener Untertischfilter. Er hat eine höhere und konstantere Filterleistung und filtert das Wasser direkt auf den gewünschten Wert. Die Dekarbonisierung findet durch einen Ionenaustausch statt, der wiederum den PH-Wert des Wassers verändert.

Doch ist dieser Luxus notwendig? Wenn ihr hartes Wasser habt, und viel Kaffee zubereitet lohnt sich die Anschaffung. 90% der Maschinendefekte gehen auf zu hartes Wasser zurück. Bedenkt man den teuren Anschaffungspreis einer guten Espressomaschine, die ihr sicher auch lange nutzen möchtet, so solltet ihr über solch ein Filtersystem nachdenken. In der Regel ist es günstiger sich einen Untertischfilter zuzulegen als die Siebträgermaschine einmal in die Wartung zu geben. In vielen Fällen ist der Einbau einfach, kann aber auch von Fachpersonal durchgeführt werden. 

Ein weiterer Vorteil ist der reduzierte Kalkanteil des Wassers, diesen werdet ihr auch unmittelbar in eurer Küche feststallen, da weiße Ablagerungen kaum noch zu finden sein werden. 

Entsalzungsanlagen sind keine Alternative!

In manchen Häusern ist das Trinkwassersystem an eine Entsalzungsanlage angeschlossen. Diese enthärtet das Wasser durch einen Ionenaustausch (Calcium und Magnesium werden durch Natrium ausgetauscht), die Alkalinität bleibt jedoch bestehen. Dieses Ungleichgewicht führt in der Kaffeezubereitung dazu, dass der Kaffee fade und langweilig schmeckt, da das Zusammenspiel aus ausbalancierten Säuren und bitteren Noten nicht funktioniert. Ein Ausweg bleibt hier der Weg in den Garten, da die Wasserschläuche meist nicht an die Entsalzung angeschlossen sind.

Konkreter Vorgehensweise auf dem Weg zu eurem passenden Kaffeewasser

Wir helfen euch gerne die passende Wasserhärte bei euch zu erreichen. So geht ihr vor.

  1. Ihr messt eure vorliegende Wasserhärte mit einem Tröpfchen Test  oder fragt euren Wasserversorger.
  2. Ihr überschlagt die Wassermenge die ihr am Tag benötigt. 
  3. Die Gesamthärte und die Alkalinität (Karbonathärte) schickt ihr zusammen mit der Wassermenge und eurer Kaffeegetränkeart an support@kaffeemacher.de
  4. Wir melden uns schnellstmöglich bei euch mit einer konkreten Empfehlung, wie ihr eure Zielwerte erreichen könnt.

1 Kommentar

  • kleiner Fehler im Text:

    “Für Filterkaffee sind die besten Werte:

    Gesamthärte: 2 – 3 °dH Alkalinität: 1 – 2 °dH

    Für Filterkaffee sind die besten Werte:

    Gesamthärte: 3 – 6 °dH Alkalinität: 2 – 4 °dH"

    Das sollte sicher einmal " Espresso" heißen, oder?
    Gruß

    von Peter Huber

Wir freuen uns sehr über euren Kommentar - bei Fragen schreibt uns aber bitte eine Mail an support@kaffeemacher.de